Finanzen

Was hat das liebe Geld denn jetzt mit der Barhufpflege meines Pferdes zu tun? Eine ganze Menge.
Lassen Sie uns daher an dieser Stelle mal einige Gedanken zur finanziellen Situation der Hufpfleger machen.

Die ganze Problematik hängt wie bei vielen anderen Dingen auch mal wieder am Geld. Der Reitsport ist zwar immer mehr im kommen, aber trotzdem ist der Markt begrenzt und es gibt auch noch ein paar andere Aspekte zu berücksichtigen. Gerade in ländlichen Gebieten lohnt es sich nämlich oftmals für den Hufpfleger gar nicht längere Anreisen in Kauf zu nehmen. Denn irgendwann (und das geht bei den heutigen Benzinpreisen recht schnell) kann man dem Kunden die Anfahrt gar nicht mehr in Rechnung setzen weil sonst die Hufpflege praktisch unbezahlbar wird. Es gibt sogar Hufpfleger, die aus der Not täglich hunderte von KM fahren (und im Grunde drauf zahlen) oder sogar Übernachtungen in Kauf nehmen, um überhaupt finanziell über die Runden zu kommen. Daher auch die Ansammlung von Hufpflegern in den Ballungsgebieten. Hier gibt es zwar mehr Kunden, dafür aber auch ein schier unübersichtliches Angebot von verschiedenen Hufpflegern.

Neben den Fahrtkosten hat der Hufpfleger (so wie jeder andere Gewerbetreibende auch) natürlich noch seine laufenden Kosten. Das ist selbstverständlich und bedarf keiner weiteren Ausführungen. Interessant ist allerdings die Ausbildung. Denn für eine Ausbildung zum Hufpfleger ist schon mal ein guter vierstelliger Betrag fällig. Wohlgemerkt, die reinen Schulungskosten. Hinzu kommen noch Ausgaben für Übernachtungen, Fahrkosten, Praktika, Prüfungsgebühren, Spesen wie Essen und Trinken und nicht zuletzt für die Komplettanschaffung des notwendigen Werkzeugs und Maschinen. Schon eine recht kostspielige Angelegenheit.

Wenn man sich dann noch darüber bewusst ist, dass die Tätigkeit sehr hohe körperliche Anforderungen stellt und bei Regen, Schnee und Eis ebenso ausgeübt werden muss wie im Hochsommer, ist die Frage schon berechtigt, wer denn überhaupt solch eine Tätigkeit anstrebt.

In erster Linie werden es wohl schon tierliebe Menschen sein (so hoffe ich zumindest), die dem Pferdesport schon länger verbunden sind. Aber nicht nur aus Überzeugung und der Freude am Tier wird da eine Ausbildung zum Hufpfleger angestrebt. Oftmals sind es auch einfach wirtschaftliche Zwänge in Form von schlechten beruflichen Perspektiven oder sogar (drohender) Arbeitslosigkeit. Da wird dann u. U. das letzte Geld zusammen gekratzt um eine entsprechende Ausbildung zu finanzieren. Ob sich diese Investitionen rentieren wage ich als Wirtschaftswissenschaftler zu bezweifeln.

Jedem der eine solche Ausbildung anstrebt kann ich nur raten sich vorher mit einem qualifiziertem Fachmann, zur Not auch mit einem Steuerberater, zusammen zu setzen.

Aus Kundensicht sind diese Überlegungen natürlich auch interessant. Wichtiger ist aber neben der Qualität der Arbeit, wie tief man in die Tasche (sprich Portemonnaie) greifen muss. Für eine regelmäßige Hufpflege sollten Sie ca. 30 € (Stand 12.2011) einkalkulieren. Hinzu kommen eventuell noch Fahrtkosten.
Einige Hufpfleger stellen gerne Sonderleistungen (aus der Box holen, Pferde begutachten, Hufe wässern, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt) in Rechnung. Ob Sie die bezahlen wollen muss jeder selber entscheiden. Für mich persönlich gehört das zur normalen Hufpflege dazu und sollte im Preis inbegriffen sein. Genauso wie notwendige Korrekturen.
Der einzige Fall der höhere Kosten rechtfertigt ist ein unregelmäßiges Hufpflegeintervall. Es gibt leider Menschen, die meinen den notwendigen Hufpflegetermin immer weiter raus zu schieben um über das Jahr gerechnet Kosten zu sparen. Da darf man sich dann natürlich nicht über einen erhöhten Arbeitsaufwand und entsprechend höhere Kosten wundern.

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